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Das
Barnabas Evangelium
2004. 320 S., Frontispiz,
Broschur, Fadenheftung.
EU 14,00
ISBN 3-927606-30-8
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neue preiswerte Softcover-Ausgabe
KLAPPENTEXT DER NEUEN AUSGABE:
Viele Jahrhunderte lang hatte das
Evangelium des Heiligen Barnabas - möge Gott ihn segnen - vor der
Öffentlichkeit verborgen gehalten werden können, bis es im 16.
Jahrhundert in einer italienischen Übersetzung aus den verschlossenen
Bibliotheken des Vatikans herausgebracht wurde und nach einer abenteuerlichen
Odyssee heute in der Wiener Staatsbibliothek (Cod. 2662 Eug.) seinen Platz
hat.
Schon die Schriftgelehrten des Altertums
hatten sich darüber gewundert, daß das Barnabas-Evangelium
aus den alten Codices entfernt worden war. Und bis heute fragt man sich:
Was mag der Grund dafür gewesen sein? Was war es und was ist es denn,
was uns seit jener Zeit verheimlicht werden soll?
Daß es nicht Jesus war, der
Gesalbte, der den Kreuzestod erlitt, sondern Judas Ischariot, der durch
ein göttliches Wunder die Gestalt und das Aussehen Jesu erhalten
hatte, wie der Apostel und engste Vertraute Jesu berichtet, war das der
aufregende Grund für jene Ächtung? Tatsache ist, daß die
Lehre des Barnabas-Evangeliums - keine Dreifaltigkeit, Jesus ein Mensch,
Befolgung des jüdischen Ritualgesetzes -mit dem Glauben des nazaräischen
Judenchristentums übereinstimmt, wie er von Clemens, dem zweiten
Bischof Roms, in den Reisepredigten des Petrus bezeugt wurde. Den großen
christlichen Kirchen der Gegenwart ist es verständlicherweise aber
dennoch ein Dorn im Auge, weil eine Kreuzigung des Judas ihrer in Jahrhunderten
verfeinerten Dogmatik jede Grundlage entzöge, ja das ganze System
zusammenbrechen ließ.
Der aus dem Blickwinkel eines paulinisch
verfärbten Christentums und seiner Kanonik also hochbrisante Text
zeigt sich neuerer Forschung indes immer deutlicher als das im Kern zumindest
älteste uns heute bekannte Evangelium jüdisch-christlicher Tradition:
ein in Teilen so gut wie unbekannt gebliebenes heiliges Vermächtnis
voller Weisheit, Frische und der bewegenden Schönheit des Echten.
Mit ihm stellt sich die alte Frage neu: Wer eigentlich war Jesus, was
sein Glaube?
"Sie fürchten die Wahrheit!"
Bermerkung zur zweiten Auflage
Seit dem Erscheinen des vorliegenden
Werkes in deutscher Sprache war es zu heftigen Auseinandersetzungen der
Exegeten um seine Bedeutung und die Geschichte seiner Entstehung gekommen,
ein Streit, zu dem an dieser Stelle folgendes angemerkt sei.
Haben sich die von aufgeschreckten
Christen gegen die Echtheit des Evangeliums ins Feld geführten Einwände
im Rahmen neuer Forschungen zunehmend als Bumerang erwiesen, sofern gerade
sie die Authentizität und den hohen Rang des Werkes in nur um so
hellerem Licht erstrahlen ließen, zeigt sich die Brisanz des Barnabas-Evangeliums
unvermindert darin, daß es das gegenwärtige (paulinische) Christentum
als eine gravierende Verfälschung der ursprünglichen Lehre Jesu
und allesentscheidender Momente seiner Lebensgeschichte erweist. Daß
es dabei zugleich eine Nähe zu den alten Judenchristen und ebenso
zur muslimischen Sicht Jesu, des Sohnes der Maria, erkennen läßt,
auf dem der Friede sei, kommt aus paulinischer Sicht erschreckend hinzu.
Eine von Scharfmachern regelrecht
inszenierte Kampagne zur Herabsetzung der Authentizität des vorliegenden
Werkes hat inzwischen schon den Charakter verzweifelter Zwanghaftigkeit
angenommen. So werden die Attacken Jan Slomps und Christine Schirrmachers
beispielsweise, es handele sich bei der vorliegenden Schrift nur um die
Rache eines zum Islam konvertierten Juden aus dem 16. Jahrhundert, in
ungebrochener Stereotypie bis heute fortgesetzt, obwohl sie von Luigi
Cirillo, einem Schüler Henry Corbins, schon längst als unhaltbar
widerlegt worden waren, der im vorgelegten Werk deutlich Teile eines uralten
judenchristlichen Evangeliums erkennt.
Als hintergründiges Motiv jener
von guten Argumenten bislang unbeeindruckt gebliebenen Propaganda gegen
das Barnabas-Evangelium zeigt sich indes nurmehr genau das, was ein weiser
Mann angesichts eines dem Theologischen Seminar der Universität Freiburg
entliehenen Exemplars jener Erstausgabe von Lonsdale and Laura Ragg von
1907 empfand, als er bemerkte, daß es nach fast einem Jahrhundert
im Besitze der Theologen noch nicht einmal aufgeschnitten war: They
fear the truth!"
So wünschen wir dieser neuen
Ausgabe des vorliegenden Werkes denn eine weite Verbreitung unter all
denen, die seine Weisheit schätzen, seine umwerfende Schönheit
lieben und seine Wahrheit nicht fürchten.
Kandern im Schwarzwald,
im Februar 2004, Salim Spohr
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